FAQ über ADF
Ist das nur für Kelten-Interessierte?
ADF arbeitet mit vielen indoeuropäischen Pantheons z.B. keltisch (gallisch, walisisch, gälisch), germanisch, nordisch, slawisch, hellenisch, römisch usw… Mitglieder können auch mehrere Kulturpfade parallel pflegen. Nicht‑indoeuropäische Bezüge (z.B. ägyptisch) sind in der eigenen Privatpraxis möglich, stehen aber nicht im Zentrum der offiziellen ADF‑Praxis.
Seid ihr rekonstruktivistisch?
Nur teilweise. ADF will keine eisenzeitlichen oder antiken Religionen eins zu eins nachbauen, sondern geht einen „Mittelweg“ zwischen genauer historischer Forschung und einer kreativen Neugestaltung.
Wir stützen uns stark auf alte Quellen und Wissenschaft, mischen diese aber transparent mit neuen Inspirationen und Bräuchen. So entsteht ein lebendiges, zeitgemäßes Druidentum für Menschen von heute.
Muss man an Götter glauben?
Ein bestimmtes Glaubensbekenntnis ist keine Voraussetzung. ADF ist orthopraktisch orientiert: gemeinsame Praxis ist wichtiger als ein einheitlicher Glaube.
In ADF gibt es Polytheist:innen, Pantheist:innen, Animist:innen und eher philosophisch orientierte Menschen. Im gemeinsamen Ritual ist es üblich, die Kindred, die uns Menschen wohlgesonnen Göttinnen und Götter, Naturgeister und Ahnen zu verehren.
Wie dogmatisch seid ihr?
ADF versteht sich als pluralistisch und nicht‑dogmatisch. Es gibt eine gemeinsame Ritualgrundstruktur und Grundwerte, aber keine verpflichtende einheitliche Theologie.
Mitglieder dürfen unterschiedliche Weltanschauungen vertreten, solange sie die gemeinsamen Leitlinien und den respektvollen Umgang miteinander achten.
Wie steht ihr zu Magie?
Magie ist ein anerkannter Teil der Praxis, vor allem in Form von ritueller, kultischer und „priestlicher“ Arbeit. Viele Mitglieder arbeiten zusätzlich mit persönlicher Magie oder Energiearbeit; das Spektrum reicht von sehr rituell‑religiös bis hin zu eher „magisch‑handwerklich“. In unseren Ritualen finden oft auch magische Arbeiten statt, sie sind jedoch meist nicht Hauptfokus.
Worin unterscheidet ihr euch von anderen druidischen Gruppen?
- Der Fokus liegt auf polytheistischem Kult für die Kindred: Göttinnen und Götter, Ahnen sowie Naturgeister – weniger auf rein mystischen Innerweltlichen Reisen.
- ADF legt großen Wert auf (semi-) öffentliche, gemeinschaftliche Rituale – oft im Freien und mit klarer Struktur. Initiationen oder ein bestimmter Grad sind nicht notwendig.
- Sowohl die US-Mutterorganisation als auch der deutsche Verein sind demokratisch strukturiert. Die Leitungspositionen werden von der gesamten Mitgliedschaft gewählt. Orden oder reine Schulen haben oft keine gewählte oder nur eine von einem „inneren Kreis“ gewählte Leitung.
- ADF ist international als Religionsgemeinschaft aufgebaut, mit vielfältigen Untergruppen und unterschiedlichen Lernpfaden. Es gibt keine einheitlichen Ordensgrade als Pflichtweg.
- ADF ist sehr transparent. Es gibt bei uns sehr wenige Bereiche, die nur „initiierten“ zugänglich sind. Die internationalen weiterführenden Kurse sind für Mitgliedern einsehbar, auch wenn man die Voraussetzungen für die Durchführung noch nicht erfüllt hat.
Gibt es Initiationen?
Initiationen sind bei ADF nicht so wichtig. Für die allgemeine Teilnahme an Ritualen ist eine Initiation nicht notwendig.
Innerhalb der internationalen Organisation gibt es einen allgemeinen initiatorischen Weg und in bestimmten Orden. Auch die Ordination als Priester:in kann als eine Form der Initiation angesehen werden.
Wie läuft ein Ritual bei euch ab?
ADF‑Rituale folgen einer gemeinsamen Ritualgrundstruktur: Ehrung der Erdmutter, Erschaffung des Heiligen Raumes, Einladung der Kindred, Opfergaben, Omen und Segen. Unsere Rituale sind (semi-) öffentlich, polytheistisch ausgerichtet, meist innerhalb eines gewählten Pantheons und beinhalten Opfergaben (z.B. Getränke, Speisen, Symbole), Gesänge und Gebete, sowie Brauchtum und manchmal auch magische Arbeiten.
Muss man einen Lernpfad gehen oder kann man „einfach mitmachen“?
Du kannst jederzeit „einfach mitmachen“, öffentliche Rituale besuchen, ohne ein Lernprogramm zu absolvieren. Du musst noch nicht einmal Mitglied sein, um an den öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen.
Für einige Ämter innerhalb der Organisation ist es aber notwendig bestimmte Lernpfade zu absolvieren. Z.B. kannst du nur als Priester:in ordiniert werden, wenn du die entsprechende Ausbildung abgeschlossen hast. Für viele der weiterführenden Studienprogramme ist der Abschluss des Dedikantenpfades notwendig.
Für die Teilnahme an offiziellen Studien- und Zertifizierungsprogrammen ist zusätzlich eine Mitgliedschaft bei der Mutterorganisation in den USA erforderlich. Diese Anbindung gewährleistet internationale Anerkennung und Qualitätsstandards innerhalb von ADF.
Der Dedikantenpfad kann komplett auf Deutsch durchgeführt werden und es stehen deutschsprachige Reviewerinnen zur Verfügung.